Das Schröpfen

Schröpfen ist eine uralte "Erfahrungsmedizin" und gehört zur klassischen Ausleitungstherapie. Es werden Blockaden gelöst und bestimmte Körperpartien zu einer stärkeren Durchblutung angeregt. Dadurch wird auch der Stoffwechsel aktiviert, so dass Stoffe, die zu Verhärtungen und Schmerzen führen können, schneller ausgeschieden werden.

 

So sieht die Anwendung aus:

 

Zum Einsatz kommen "Schröpfköpfe" aus Glas, sie haben in etwa die Form einer Glocke. Mit Hilfe einer Flamme wird vor dem Aufsetzen die im Glaskörper enthaltene Luft erwärmt.

 

die im Glaskörper enthaltene Luft wird erwärmt
die im Glaskörper enthaltene Luft wird erwärmt

Durch schnelles Aufsetzen des Glases auf die entsprechende Körperzone und das Abkühlen der im Schröpfkopf enthaltenen Luft, entsteht ein Unterdruck, der das darunterliegende Hautareal leicht in den Schröpfkopf hinein zieht. Dadurch entsteht an dieser Stelle ein Hämatom (Bluterguss), welches einen starken Reiz darstellt. Dieser Reiz bewirkt eine örtliche und allgemeine Anregung der körpereigenen Regulationskraft zur Abwehrsteigerung und Beschleunigung der Heilung vieler Krankheiten.

 

es entsteht ein Hämatom
es entsteht ein Hämatom

Man unterscheidet zwei Arten des Schröpfens, die so genannte trockene Form (unblutige) von der blutigen Form. Beim blutigen Schröpfen wird vor dem Aufsetzen der Schröpfköpfe die entsprechende Hautpartie geritzt. Durch den Sog in den Gläsern füllt sich der Schröpfkopf teilweise mit Blut; diese Form hat eine stark ableitende und umstimmende Wirkung.

Bei der sogenannten "Segmenttherapie" über die Head`sche Zonen, beeinflusst man über den kutiviszeralen Reflexweg (nervale Verbindung von der Haut zum Organ) die entsprechenden Organe

 

Henry Head war ein englischer Neurologe, der bei seiner Arbeit entdeckte, dass die inneren Organe mit entsprechenden Hautarealen am Körper mit einander kommunizieren. So kennt fast jeder die typische Schmerzausstrahlung beim Herzinfarkt: Schmerz in der linken Brustseite, mit Ausstrahlung in den linken Arm, eventuell noch linke Halsseite und Unterkiefer. So finden sich entsprechende Hautareale für die inneren Organe, wie z. B. Lunge, Leber/Galle, Magen, Bauchspeicheldrüse, Darm, usw. meist auf dem Rücken und der Körpervorderseite.

 

Ist ein Organ erkrankt, finden sich in den entsprechenden Zonen Zeichen, wie Verspannungen, Schmerzen, Verhärtungen, Röte, Schwellung, Quellung, Bindegewebsschwund. So dienen die "Head`sche Zonen beim Schröpfen zur Diagnostik und zur Therapie. 

Sonderform: Schröpfkopfmassage

Bei der Schröpfkopfmassage wird, wie beim Trockenschröpfen ein spezielles Massageglas auf die Haut aufgesetzt, dann aber auf der eingeölten Haut über eine bestimmte Fläche verschoben.

 

Die Schröpfkopfmassage hat eine viel stärkere durchblutungsfördend Wirkung, als eine normale Massage.

 

Das trockene Schröpfen auf bestimmte Hautbezirke und die Schröpfkopfmassage kann man sehr gut mit der Triggerpunktmassage kombinieren und wird von meinen Patienten häufig gewählt.