Die homöopathischen Heilmittel und die homöopathische Arzneimittelprüfung (HAMP)

Ein Heilmittel, das zur Behandlung einer bestimmten Symptomgruppe eingesetzt wird, muss die Fähigkeit besitzen, das gleiche Symptombild hervorzurufen, wenn es einem gesunden Menschen verabreicht wird. Mit anderen Worten: Ein Heilmittel kann nur dann Heilung bei einem kranken Menschen erwirken, wenn es in der Lage ist, bestimmte Veränderungen beim gesunden Menschen hervorzurufen.

 

Aus diesem Grunde werden die homöopathischen Mittel am gesunden Menschen geprüft. Damit ein möglichst breites Symptomenspektrum auftreten kann, soll die Probandengruppe möglichst inhomogen sein, also Frauen und Männer unterschiedlichsten Alters beinhalten. Die Probanden erhalten über einen definierten Zeitraum das homöopathische Medikament. Alle zeitlich damit verknüpften Symptome und Zeichen werden notiert. Handelt es sich um neu aufgetretene Symptome, so gelten diese als Prüfungssymptome.

 

Eine andere meist unfreiwillige Art der Arzneimittelprüfung am Gesunden stellen Vergiftungsfälle dar. Die typischen Vergiftungssymptome des jeweiligen Stoffes, die bei entsprechend hoher Dosis praktisch bei jedem Menschen auftreten, zeichnen ein "makrotoxikologisch" gewonnenes Symptomenbild. Die  "mikrotoxikologischen" Symptome der HAMP am Gesunden machen dann sozusagen die Untertöne aus, auf deren Grundlage eine individuelle Arzneimittelwahl möglich wird.

 

Die Arzneimittel kommen zum Teil aus dem Pflanzenreich ( z.B. Kamille, Tollkirsche, Kuhschelle) oder aus dem Tierreich (z.B. Tintenfisch, Biene, Ameise).

 

Bei den anorganischen Stoffen finden wir Metalle (z.B. Gold, Quecksilber, Zink) und nichtmetallische Substanzen als reine Elemente oder in Verbindungen (z. B. Silbernitrat, Kaliumsulfat, Natriumchlorid). Weiter finden komplexere Verbindungen aus der organischen Chemie (z.B. Graphit, Nitroglycerin, Essigsäure) ihre Verwendung.

 

Eine ganz eigene Gruppe bilden die Nosoden. Ihre Ausgangsubstanzen sind sterilisierte tierische oder menschliche Krankheitsprodukte, wie Sekrete oder Gewebeteile.

 

Die Herstellung homöopathischer Medikamente ist in Deutschland gesetzlich geregelt. Grundlage ist das Amtliche Deutsche Homöopathische Arzneibuch von 1978.

 

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